Forscherzeit

„Ein Gramm Erfahrung ist besser als eine Tonne Theorie, einfach deswegen, weil jede Theorie nur in der Erfahrung lebendige und in der Nachprüfung zugängliche Bedeutung hat.“

(John Dewey, amerikanischer Philosoph und Pädagoge)

 

Die Forscherzeit am Gymnasium Buckhorn bietet unseren Schülerinnen und Schülern der Jahrgänge 5, 7, 9 und 10 im Rahmen von Projektarbeit die Möglichkeit in sehr unterschiedlichen und herausfordernden Lernarrangements tragfähige Erfahrungen zu sammeln.

Individuell oder in der Zusammenarbeit mit Mitschülern planen, gestalten und reflektieren sie ihre Tätigkeit im Projekt überwiegend selbstständig und stellen die Ergebnisse schließlich schulöffentlich vor.

 

Die Forscherzeiten

In Klasse 5 haben unsere Schülerinnen und Schüler ganz besonders die Gelegenheit, ihre persönlichen Stärken und Talente einzubringen, mit anderen zu vertiefen oder auch erst genauer zu entdecken.

Der Verlauf der Forscherzeit ist hier strukturiert durch gemeinsame Lehrgangsphasen zu Beginn, in denen zunächst das entsprechende „Handwerkszeug“ vermittelt wird. Anschließend wird von den Teilnehmern gemeinsam ein Projektziel bestimmt, welches in Meilensteinen schrittweise erarbeitet wird. Zu jedem Meilenstein reflektieren die Kinder den bisherigen Ertrag und geben einander Feedback zum jeweils errichten Arbeitsstand. Das Produkt wird zum Halbjahresende schulöffentlich präsentiert.

Im Rahmen des Faches Forscherzeit können wir damit besonders intensiv selbstständiges und kooperatives Arbeiten und Lernen üben und eine Feedbackkultur aufbauen – Zugänge und Einstellungen, die uns in unserer heutigen Lebenswelt unverzichtbar erscheinen.

Die Forscherzeit für unsere jüngsten Schülerinnen und Schüler ist dabei ganz besonders dem praktischen Lernen mit Kopf, Herz und Hand verpflichtet (Angebot Forscherzeit Klasse 5 2020/2021: Forscherzeit 2021). Der Übergang von der Grundschule zum deutlich kognitiveren Lernen am Gymnasium wird hierdurch außerdem erleichtert.

Tüfteln, planen, experimentieren, bauen, üben, vorzeigen: Theaterstücke und Bühnenbilder entstehen, Modelle, die besonders schnell fahren können, Experimente werden selbstständig durchgeführt oder aber es werden unsere Bienenvölker gut versorgt und deren Honig geerntet.

Die Forscherzeit macht hier einfach Spaß!

„Ich kann,

weil ich will,

was ich muss.“

(I. Kant)

In der 7. Klasse haben alle unsere Schülerinnen und Schüler ein ganzes Schuljahr lang das Unterrichtsfach „Forscherzeit“. Sie beschäftigen sich in einer Doppelstunde pro Woche mit einer von ihnen selbst gewählten Forscherfrage beziehungsweise mit einem Forscherprojekt. Dieser Unterricht bietet unseren jungen ForscherInnen ausdrücklich die Möglichkeit, selbstbestimmt, aktiv, in Eigenregie und im eigenen Lerntempo an einem selbstgewählten Thema bzw. an einer eigenen Forscherfrage zu arbeiten, die für sie von Bedeutung ist.

Mithilfe verschiedener Methoden suchen sie ihre Antworten, gestalten ihren Forschungsprozess selbst, reflektieren ihn, korrigieren ihre Fehler und bereiten ihre Ergebnisse auf, die sie schließlich schulöffentlich und mit Unterstützung von feedbackgebenden Oberstufenschüler*innen präsentieren.

Der Forscherzeitlehrer oder die Forscherzeitlehrerin nimmt nach einer ca. 4-wöchigen Auftaktphase konsequent die Rolle eines Begleiters ein, der als Lehrperson in den Hintergrund tritt und die Schüler*innen in erster Linie begleitet, ihnen zuhört und sie motiviert, anstatt den Lernprozess zu steuert und zu bewertet.

Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen uns deutlich, welch hohen Stellenwert diese Form des individuellen Lernens bei unseren Schüler*innen hat und wie sehr sie auch die Schulgemeinschaft bereichert: So zeigt es sich immer wieder, dass sich unsere Oberstufenschüler*innen gut und gerne an ihre eigenen Forschungsprojekte aus Klasse 7 erinnern können und nun „unsere Kleinen“ in ihren Abschlusspräsentationen unterstützen wollen.

Während im ersten Halbjahr das forschende Lernen individuell stattfindet, haben die Schüler*innen im zweiten Halbjahr Gelegenheit, sich in einer frei gewählten Kleingruppe mit einem Forscherprojekt zu beschäftigen, das im engeren oder weiteren Sinne einen Bezug zu unserer Stadt hat. Methodisch kommen die „Expertengespräche“ hinzu, die wir gemeinsam üben und für die sich u.a. engagierte Eltern von Mitschüler*innen zur Verfügung stellen.

Der Kant’sche Leitsatz „Ich kann, weil ich will, was ich muss“ stellt das eigene Wollen in den Mittelpunkt und bringt damit den Grundgedanken der Forscherzeit auf den Punkt.

Kathrin Schütte

(Koordinatorin der Forscherzeit 7 und 10)

People can‘t compete with machines, teach them what is unique about human beings. Teach them: Teamwork […], caring for others & empathy.“

Jack Ma (Internet Unternehmer) über die Zukunft des Lernens.

Im zweistündigen Modul „Ich für Uns“ (kurz: IfU) lernen unsere Schülerinnen und Schüler im Rahmen klassischer Projektarbeit, einer Methode, die uns für ihre zukünftige Lebenswirklichkeit unverzichtbar erscheint.

Inhaltlich bieten wir mit IfU einen Ort für soziales Lernen und geben unseren Neuntklässlern damit einen bedeutsamen Impuls für soziales Engagement mit auf ihren Lebensweg.

Struktur, Zertifizierung, Angebot:

Im ersten Halbjahr durchlaufen die Jugendlichen hierfür zunächst eine Ausbildung.

Im zweiten Halbjahr unterstützen sie mit diesem Wissen und Können aktiv unsere Schulgemeinschaft. Sie bringen sich damit in reale Zusammenhänge ein und erleben sich als aktive, positiv wirksame junge Menschen.

Am Ende des Schuljahres erhalten die Jugendlichen ein Zertifikat über ihre Ausbildung und das eingebrachte Engagement.

Abgesehen vom Wert der Tätigkeit an sich und im Rahmen der Persönlichkeitsentwicklung sind Nachweise über soziales Engagement auch bei (Studien)bewerbungen immer häufiger von besonderer Bedeutung, so dass wir unseren Schülerinnen und Schülern gleichsam eine wertvolle Qualifikation ermöglichen.

Das Angebot, aus welchem die Schülerinnen und Schüler im Schuljahr 2020/2021 wählen können:

  • Patenausbildung für die zukünftigen 5. Klassen
  • Schulsanitäterausbildung
  • Fahrradwerkstatt
  • Mediatorenausbildung
  • Technikteam
  • Medienscouts
  • Lerncoachausbildung

Ein Beitrag unserer Schüler zum Schulleben am Gymnasium Buckhorn, außerdem…

ein Beitrag zum sozialen Lernen, zum Leben in Gemeinschaft, zum Leben.

Maria Zuse (Projektreferentin)

„Machen ist wie wollen, nur krasser.“

(unbekannte/r AutorIn)

Im zweiten Halbjahr der 10. Klasse haben unsere Schülerinnen und Schüler das Unterrichtsfach „Forscherzeit“, das sie bereits aus der 7. Klasse kennen. In einer Doppelstunde pro Woche beschäftigen sie sich mit einer Forscherfrage bzw. mit einem Forschungsprojekt, das sie sich selbst ausgesucht haben.

Alternativ können die Schülerinnen und Schüler an Themen arbeiten, die im engeren oder weiteren Sinne mit der bevorstehenden Berlinreise zu tun haben, mit ihrer Profilwahl oder mit einem Berufsfeld, für das sie sich interessieren. Die ForscherzeitlehrerInnen nehmen hierbei eine unterstützende Rolle ein.

In einer Einführungsphase lernen die SchülerInnen u.a., wie sie analoge und digitale Quellen finden und gewinnbringend nutzen, wie sie richtig zitieren und bibliographieren und worauf es in einem guten Vortrag ankommt. Sie lernen zudem den Unterschied zwischen empirischem und theoretischem Arbeiten. Hier haben die SchülerInnen Gelegenheit darüber nachzudenken, inwiefern ihre Forscherfrage ein empirisches Forschen erfordert und wie das gestaltet werden könnte.

Im Rahmen der Forscherzeit dürfen unsere SchülerInnen (mit Einverständnis der Eltern) außerschulische Lernorte aufsuchen bzw. sich mit Experten treffen, um ihre Forscherarbeit voranzubringen. Sie tragen die Verantwortung für ihren Arbeitsprozess und entscheiden selbst, wessen Rat und Unterstützung sie in Anspruch nehmen möchten.

Am Ende des zweiten Halbjahres organisieren die ForscherzeitkollegInnen einen Präsentationsvormittag, an dem alle ForscherInnen ihre Antworten in einem ca. 15-minütigen Vortrag präsentieren, hierbei unterstützen jeweils zwei SchülerInnen der Studienstufe und geben ein konstruktives Feedback. Unsere 9. Klässler werden dazu eingeladen, erleben die Vorträge, dürfen Nachfragen stellen und werden so auf ihre eigene kommende Forscherzeit eingestimmt.

Die Forscherzeit hilft unseren SchülerInnen der 10. Klassen kurz vor Eintritt in die Studienstufe, das selbstständige Lernen zu lernen, indem sie ihren eigenen Forschungsprozess inhaltlich bestimmen, organisieren und aktiv gestalten. Das „Machen“ steht dabei im Vordergrund und liefert eine gute Grundlage für das selbständige Arbeiten in der gymnasialen Studienstufe.