Geschichte

Allgemeine Ziele des Geschichtsunterrichts:

Der Geschichtsunterricht möchte Verständnis und Begeisterung für das Fach Geschichte wecken und Sensibilität für die Historizität alltäglicher Phänomene entwickeln.

Der Geschichtsunterricht ermöglicht ein breites Spektrum an Arbeitsweisen und -verfahren, um Inhalte kennenzulernen, Wissen zu erlangen, sich mit historischen und politischen Themen und Problemen zu beschäftigen und kritisch auseinanderzusetzen, um auch in aktuellen politischen Zusammenhängen urteils- und handlungsfähig zu werden.

Informationen

Zentrale Arbeitsweisen im Geschichtsunterricht sind das Erlesen von Quellen und Sekundärtexten, das Beschreiben und Auswerten von Bildern und anderen nichtschriftlichen Quellen, das Darstellen von historischen Sachverhalten, das Verfassen eigener Texte und das eigene Erforschen unbekannter Themen.

1. Dabei ist ein unverzichtbarer Bestandteil der Arbeit im und für den Geschichtsunterricht die regelmäßige, übersichtliche und sorgfältige Heftführung, durch die der Unterricht vor- und nachbereitet wird.

2. Von Klasse 6 an wird mit einem Geschichtsbuch gearbeitet, um so das Lesen, das Verstehen, die Bildbetrachtung, das Kartenlesen und das selbstständige Nachschlagen zu üben. Es ist daher wichtig, dass die Schüler/innen so bald wie möglich an die systematische Benutzung des Buches herangeführt werden. Zunächst werden sie den formalen Aufbau des Buches kennenlernen; Hauptaugenmerk wird dann in Klasse 6 und 7 auf den Darstellungsteil gelegt: Dieser z. T. kompakt zusammenfassende, z. T. begrifflich oder in Bezug auf Zusammenhänge für Schüler/innen häufigschwer zu verstehende Buchteil wird gemeinsam besprochen, d. h. auch erläutert und gegebenenfalls kindgerecht veranschaulicht, natürlich auch mit dem Ziel, dass die Schüler/innen spätestens ab Klasse 8 mit Geschichts-Darstellungen eigenständig umgehen können.

3. In Klasse 6 und 7 wird mit Quellen hauptsächlich aus dem Geschichtsbuch gearbeitet. In Klasse 6 wird an schriftliche und nichtschriftliche Quellen herangeführt, wobei der Schwerpunkt auf die Erarbeitung der nichtschriftlichen Quellen gelegt wird. Schon in Klasse 6 soll den Schülerinnen und Schülern die Unterscheidung zwischen Beschreibung/Darstellung einerseits und Deutung/Interpretation andererseits deutlich gemacht und vermittelt werden. In der Mittelstufe (Klasse 8-10) wird die Quellenarbeit zunehmend zu einem Schwerpunkt des Unterrichts, und wir wollen die Schüler/innen befähigen, die Quellen (vorwiegend) eigenständig zu erarbeiten; spätestens in Klasse 10 müssen die Schüler/innen Strukturen historischer Texte erkennen, sie auch unter systematischen Aspekten oder übergeordneten Fragestellungen sowie in eigenem Vokabular verdeutlichen und interpretieren können.

4. Die Anforderungen für die schriftlichen Arbeiten, Tests und Klausuren ergeben sich aus dem Unterrichtsstoff. Schrittweise wird dabei auf die Anforderung der Oberstufe vorbereitet:

  • Klasse 6:      Reproduktion von historischen Fakten und Zusammenhängen
  • Klasse 7/8:    Reproduktion von historischen Fakten und Zusammenhängen und Reorganisation (Position des Verfassers erkennen und Einordnung in den historischen Zusammenhang)
  • Klasse 9:      Transfer (der Vergleich von Textgedanken mit dem im Unterricht behandeltem Stoff)
  • Klasse 10:     divergierendes Denken (die Stellungnahme, d.h. die Auseinandersetzung mit den Text-Gedanken sowie ein eigenes begründetes Urteil)

5. Um das selbstständige Arbeiten der Schüler/innen zu fördern, fordern wir von ihnen im Rahmen von kleineren und größeren Projekten eigenständige Bearbeitung historischer Themen und deren angemessene Präsentation. Dabei wird als Sozialform die Gruppenarbeit geübt, aber auch Plan- und Rollenspiele kommen zum Einsatz. Als Präsentationsform werden das Vorträge-Halten sowie die Nutzung alter und neuer Medien trainiert.

Überblick:

  • Lesen und Besprechen eines Darstellungsteils im Geschichtsbuch
  • Arbeit mit verschiedenen Quellen
  • Umgang mit traditionellen und neuen Medien erlernen
  • Erzählungen und Vorträge (Referate) halten
  • Umgang mit alten und neuen Medien (Smartboard)
  • Filme auswerten
  • Exkursionen (z.B. in Klasse 7 zum Thema „Stadt“ und in Klasse 9/10 nach Neuengamme oder eine alternative Stadtrundfahrt) durchführen
  • Teilnahme an politischen Veranstaltungen in der Schule oder außerhalb
  • Interviews (z. B. mit Zeitzeugen) führen
  • Gruppenarbeit
  • projektorientierte Arbeit -fächerverbindendes/ -übergreifendes Arbeiten
  • freiwillige Teilnahme am Wettbewerb des Bundespräsidenten zur deutschen Geschichte
  • Plan- und Rollenspiele (Konflikt- und Entscheidungstraining, szenische Darstellungen)

6. Um die Anschaulichkeit und den Gegenwartsbezug historischer Themen zu vertifen, werden Exkusionen durchgeführt (z. B. Stadtbesichtigungen, Museumsbesuche, Besuch der Gedenkstätte Neuengamme …)

Geschichtswettbewerb

In Serie: Das Gymnasium Buckhorn ist erneut Landessieger beim Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten

Zu Recht stolz und glücklich strahlen sie in die Kamera und präsentieren ihre frisch erhaltenen Urkunden: Die Buckhorner Siegerinnen und Sieger des diesjährigen Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten auf Landesebene. Aus insgesamt 1992 eingereichten Beiträgen wurden nur die besten ausgewählt. Gleich acht der qualitativ hochwertigen Arbeiten gingen auf das Konto Buckhorner Schülerinnen und Schüler, so dass das Gymnasium zum zweiten Mal als landesbeste Schule geehrt wurde.

Durchgeführt wird der thematisch anspruchsvolle Wettbewerb seit 1973 von der Hamburger Körber-Stiftung und dem Bundespräsidialamt. Er gilt als der größte historische Forschungswettbewerb für Kinder und Jugendliche und findet in einem zweijährigen Turnus statt. Das diesjährige Ausschreibungsthema lautet: „So geht’s nicht weiter. Krise, Umbruch, Aufbruch.“

Die Bandbreite der zu diesem Thema eingereichten Arbeiten ist dabei beeindruckend. Viele der Jugendlichen haben sich als „Spurensucher“ betätigt und Zeitzeugen in der eigenen Familie befragt. Neben der Zeitzeugenperspektive ist aber auch die Recherche im Archiv nicht zu vernachlässigen: Knapp der Hälfte der Beiträge liegt Quellenarbeit in Archiven zugrunde, aber auch das Nachforschen an außerschulischen Lernorten wie Museen und Gedenkstätten ist in eine Vielzahl von Beiträgen eingeflossen.

So variantenreich wie die verschiedenen Forschungsmethoden sind auch die abgelieferten Resultate: Neben klassischen Abhandlungen in geschriebener Form wurden Videos, Podcasts oder Ausstellungen als Beitragsformate eingereicht. Das Thema habe bei den Jugendlichen einen Nerv getroffen, so Gabriele Woidelko, Leiterin des Bereichs Geschichte und Politik der Körber Stiftung. Selten sei die Themenvielfalt so groß wie in diesem Jahr gewesen.

Diesem Resümee entsprechen auch die Beiträge des Gymnasiums Buckhorn, die thematisch kaum breiter gefächert sein könnten. So reichen die Themen der eingereichten Beiträge vom Leben inmitten der Cholera in Hamburg im Jahre 1892 (Anna und Julia, 6. Klasse) über das Leben alleinstehender Frauen mit Kindern in der Nachkriegszeit (Helene, 11. Klasse) oder der Krisenbewältigung durch Flucht aus der DDR in die BRD (Paul, 10. Klasse) bis hin zur Hexenverfolgung in Hamburg (Malin, 11. Klasse). Strategien zum Umgang mit Krisen werden anhand von Zeitzeugenerlebnissen in dem Beitrag „Was nun? Was uns in Krisen antreibt“ (Elena, 11. Klasse) ebenso erarbeitet wie Reflektionen über die langlebigen Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs und der Nachkriegszeit auf die Familie einer Schülerin („So geht’s nicht weiter“; Lilly, 11. Klasse).

Gerade der Austausch mit familiären Zeitzeugen bzw. ihren Hinterlassenschaften war für die entsprechenden Teilnehmerinnen und Teilnehmer dabei meist in doppelter Hinsicht wertvoll: So haben sie nicht nur überaus interessante Einblicke in verschiedene Aspekte deutscher Vergangenheit gewonnen, sondern zudem einen historisch motivierten Zugang zu ihrer eigenen Familie gefunden, der sie auch in persönlicher Hinsicht bereichert hat. Wie wichtig darüber hinaus ein kritischer Umgang mit Quellen und Fakten ist, ist dabei sehr bewusst von den Schülerinnen und Schülern reflektiert worden. Auch gaben viele in ihrem Resümee an, dass die Suche im Internet zum Teil nur bedingt hilfreich gewesen sei.

Wenn Jugendliche im digitalen Zeitalter derart in der Lage sind, das Internet und seinen Nutzen kritisch zu beleuchten, verfügen sie über Fertigkeiten, die die Körber Stiftung mit ihrem Wettbewerb stärken möchte: So geht es den Urhebern des Wettbewerbs darum, neben einem Interesse für die eigene Geschichte die Selbstständigkeit der Jugendlichen und ihr Verantwortungsbewusstsein zu fördern. Dass das den Teilnehmenden des Gymnasiums Buckhorn in so überzeugender Weise geglückt ist, dürfte dabei zwei Personen ganz besonders freuen: Die beiden Buckhorner Lehrer Eilert Mittwollen und Dr. Thilo Schulz, die mit viel Engagement ihre geschichtsaffinen Schülerinnen und Schüler auf deren Weg hin zum Landessieg betreut haben.

Angesichts des erneut großen Erfolges des Gymnasiums Buckhorn wäre es dieser Schule zu wünschen, dass sie den Titel des Wettbewerbs in einen positiven Gegenslogan umzukehren vermag: Im Sinne von „So geht es weiter“ möge sie auch in Zukunft weiterhin erfolgreich am Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten teilnehmen und abschneiden – und dies vieleicht sogar auch auf Bundesebene.

»Ein Leben inmitten der Cholera –Hamburg 1892« von Anna und Julia  (Klasse 6, Gymnasium Buckhorn, Hamburg)

»Erna ist 11 Jahre alt und lebt mit ihrer Familie in Hamburg. Sie ist glücklich, denn sie hatte gerade Geburtstag. Doch dann werden die Hamburger krank und sterben.« Die Sechstklässlerinnen Anna und Julia erzählen in einem Tagebuch die Geschichte der von ihnen erfundenen Erna, die zur Zeit der Choleraepidemie 1892 in Hamburg lebte. Die Schülerinnen schildern den Alltag des Mädchens, umgeben von Kranken und Toten. Dazu schildern sie die Ursachen der Seuche sowie die Maßnahmen, die die Stadt Hamburg zum Schutz der Bürgerinnen und Bürger ergriff. Eingefügte Infokästen ermöglichen eine Zuordnung der im Tagebuch angesprochenen Ereignisse und Personen und liefern zusätzliche Informationen zu der Epidemie. Die Sechstklässlerinnen schließen ihr fiktives Tagebuch mit einem Rückblick von Erna auf die Monate, in denen die Cholera in Hamburg wütete.

»Das Leben von alleinstehenden Frauen mit Kindern in der Nachkriegszeit« von Helene  (Klasse 11, Gymnasium Buckhorn, Hamburg)

Mit dem Schicksal ihrer vier Urgroßmütter beschäftigt sich Helene. Sie alle zogen nach dem Zweiten Weltkrieg ihre Kinder ohne Mann bzw. Vater auf. Das weckte das Interesse der Teilnehmerin, die ihre Großeltern als sekundäre Zeitzeugen über ihre jeweiligen Mütter befragte. Die Problematik, dass ihre Großeltern die Zeit nur als Kinder miterlebt hatten, reflektiert die Elftklässlerin kritisch. Sie untersucht die allgemeine Situation in der Nachkriegszeit und vergleicht das Leben ihrer Vorfahrinnen vor diesem Hintergrund. Ihr Resümee: »für Frauen wie meine Urgroßmütter gab es zunächst nur den Überlebenskampf [… doch] sie gewannen mehr Selbstständigkeit und Durchhaltevermögen.« Durch ihren Beitrag habe sie nicht nur etwas über die Nachkriegsgeschichte gelernt, sondern auch darüber, wie sehr diese Zeit ihre Familie noch heute prägt.

»Krisenbewältigung durch Flucht aus der DDR in die BRD« von Paul (Klasse 10, Gymnasium Buckhorn, Hamburg)

»Eine gute und umfassende Recherche ist das A und O, nur so lässt sich ein repräsentatives Bild einer Situation schaffen«, resümiert Paul. Dass der Zehntklässler weiß, wovon er spricht, zeigt sich daran, dass er für seinen Beitrag nicht nur Literatur heranzog, sondern Interviews führte und Museen in Berlin sowie die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen besuchte. Mit seinen Recherchen ging es ihm darum, die Aussagen seiner Großmutter und Großtante besser verstehen zu können. Beide waren in unterschiedlichen Jahrzehnten aus der DDR in die BRD geflohen. So verknüpft der Schüler die Erinnerungen seiner Verwandten mit den historischen Ereignissen. Dabei zeigt er immer wieder auf, welche Krisen die Frauen, aber auch die Gesellschaft zu bewältigen hatten und wie dies gelang. Am Ende seines Beitrags steht ein Vergleich der historischen Fluchtbewegung in die BRD mit der heutigen.

»Hexenverfolgung in Hamburg« von Malin (Klasse 11, Gymnasium Buckhorn, Hamburg)

In der frühen Neuzeit wurden vielerorts im Heiligen Römischen Reich Frauen als vermeintliche Hexen verfolgt, angeklagt und oft auch hingerichtet. Wie sich die Hexenverfolgung in Hamburg gestaltete, untersucht Malin in ihrer schriftlichen Arbeit. Dafür recherchierte sie in der Staats-und Universitätsbibliothek, im Museum am Rothenbaum (MARKK) und im Staatsarchiv. Die Elftklässlerin zeigt die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Rahmenbedingen auf, bevor sie auf den Hexenglauben und die Hexenverfolgung eingeht. Sie arbeitet heraus, dass die Hexenverfolgung ein Ventil für die frühneuzeitlichen Krisen und Umbrüche war. An beispielhaften Prozessen macht sie deutlich, dass Hamburg im Vergleich zum restlichen Reich in der Hexenverfolgung gemäßigt vorging. Obwohl es Hexenprozesse gab, urteilten die Richter verhältnismäßig rational und sprachen viele der als Hexen Angeklagten frei.

»Was nun? Was uns in Krisen antreibt« von Elina (Klasse 11, Gymnasium Buckhorn, Hamburg)

Elina untersucht in ihrem Beitrag die Flucht ihrer Großmutter Elisabeth aus Ostpreußen. Im Januar 1945, wenige Monate vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs, floh die damals 12-Jährige mit ihrer Mutter und ihrem Bruder vor der sowjetischen Armee. Elisabeth schildert die Flucht im Zeitzeugeninterview als grauenvolle, entbehrungsreiche und nachhaltig prägende Erfahrung. Die Elftklässlerin beschreibt die verschiedenen Stationen der Flucht und fügt Erklärtexte in ihre Arbeit ein. Die graphisch abgesetzten Texte binden die Zeitzeugenerzählung der Großmutter an die historischen Ereignisse rück. Mit Karten und Bildern, zum Teil mit einer App selbst erstellt, illustriert die Teilnehmerin ihren Bericht. Der zweite Teil der Arbeit trägt den Titel »Was uns in Krisen antreibt«. Hier leitet Elina aus der Fluchterfahrung und dem Durchhaltevermögen ihrer Großmutter Strategien ab, wie man mit Krisen umgehen kann.

»So geht’s nicht weiter« von Lilly (Klasse 11, Gymnasium Buckhorn, Hamburg)

Briefe, Fotos, Dokumente –ein Sammelsurium an Quellen über das Leben im Zweiten Weltkrieg und der Nachkriegszeit. All das erhielt Lilly von ihrer Großmutter, mit der sie auch intensive Zeitzeugeninterviews führte. Anhand der Erlebnisse ihrer Familie schildert die Elftklässlerin das Leben im Nationalsozialismus: den Alltag einer alleinerziehenden Mutter, den Druck, in die NSDAP einzutreten, Bombardements, das bange Warten im Bunker, Armut und Hunger. Während ihre Großmutter über ihr Leben detailreich erzählt wird die Recherche zu Artur Klingemeier, einem weiteren Vorfahren, zu echter Detektivarbeit. Angeregt durch Briefe aus den 50er Jahren recherchiert die Schülerin im Internet und in Büchern. Sie entdeckt, dass der SS-Offizier über die sogenannte Rattenlinie nach Argentinien floh und später nach Deutschland zurückkehrte. Abschließend reflektiert Lilly über die Auswirkungen, die der Zweite Weltkrieg und die Nachkriegszeit bis heute auf ihre Familie haben.

Das Gymnasium Buckhorn ist die landesbeste Schule

Beim Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten 2016/2017 haben unsere Schülerinnen und Schüler mit sehr großem Engagement teilgenommen und vielfach hervorragende Beiträge eingereicht. Insgesamt werden unsere Schüler mit 9 Preisen ausgezeichnet, so dass das Gymnasium Buckhorn zusätzlich auch als landesbeste Schule geehrt wird.

Mit einem Landessieg ausgezeichnet wurden:

8b Ben Konfirmation im Wandel der Zeit
11 Hendrik Zeugen der Verbrechen, eine Graphic Novel
11 Jule Religiöse Toleranz in Hamburg und Altona als Folge der Reformation
12 Katinka Konformität und Nonkonformität im Nationalsozialismus am Beispiel des Pastors des Evang.-Luth. Kirchspiels Bergstedt

Mit einem Förderpreis ausgezeichnet wurden:

9b Luca DIE ALBERTINEN  – Das  EV. AMALIE-SIEVEKING KRANKENHAUS
9d Christopher Fußball als Ersatzreligion – Am Beispiel des HSV und Uwe Seelers
11 Julia Der Wandel der Bahnhofsmission – Vergleich der Gründerzeit und der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg –
11 Leonie Das Rauhe Haus im Nationalsozialismus
11 Sophie Das Schicksal „nichtarischer“ Christen im NS-Staat am Beispiel von Christine Biehl

Herzlichen Glückwunsch!

(Fotonachweis: Körber-Stiftung/Claudia Höhne)

Siehe auch:

Hier gibt es eine kurze Charakterisierung der Beiträge der Landessiegerinnen und Landessieger des Gymnasiums Buckhorn:

»Konfirmation im Wandel der Zeit« von Ben (Klasse 8, Gymnasium Buckhorn, Hamburg)

Anlässlich seiner eigenen bevorstehenden Konfirmation befasste sich Ben Witzke in seinem schriftlichen Beitrag mit der Frage nach der Veränderung der Konfirmation von 1945 bis heute. Für drei Generationen untersuchte er den persönlichen und gesellschaftlichen Stellenwert und die Ausgestaltung der Konfirmation im Hamburger Stadtteil Bergstedt. Neben Recherchen in Bibliotheken, dem Statistischen Landes-amt, dem Kirchenarchiv und dem Konfirmationsmuseum führte der Schüler Interviews mit Zeitzeugen und Pastoren durch. Behandelt werden dabei Aspekte wie die persönliche Bedeutung, die Vorbereitung, der Gottesdienst und die Erinnerungsgegenstände der Konfirmation. Eine Schlussfolgerung ist, dass die Motivation für die Konfirmation eine der wichtigsten Veränderungen darstellte: War die Konfirmation vor 70 Jahren noch selbstverständlicher Bestandteil des Erwachsenwerdens, entscheiden sich Jugendliche zunehmend bewusst für diesen Schritt, wobei Gemeinschaft eine zunehmende Rolle spielt.

» Zeugen der Verbrechen . Ein Graphic Novel über die Verfolgung und Vernichtung der Zeugen Jehovas 1934 – 1945« von Hendrik (Klasse 11, Gymnasium Buckhorn, Hamburg)

In Form eines schwarz-weiß gestalteten Graphic Novel setzt sich Hendrik Bodewig mit der Geschichte der Zeugen Jehovas im Nationalsozialismus auseinander. Beginnend mit der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler 1933 zeichnet er beispielhaft die fiktive Biografie eines Hamburger Zeugen Jehovas und dessen Erfahrungen im nationalsozialistischen Regime nach. In den Schritten Veränderung – Widerstand – Vernichtung erzählt der Beitrag vom Alltagsleben im Nationalsozialismus und dem anschließenden Leiden im KZ Neuengamme. Der Schüler recherchierte hierfür in Original-Prozessakten des Staatsarchivs. Mit der zeichnerischen Darstellung möchte er insbesondere di e Gefühle und Gedankengänge der Verfolgten in den Fokus bringen. Er betont, dass die Erinnerung an diese oft wenig bekannte Opfergruppe des Nationalsozialismus aufrechterhalten werden muss.

»Religiöse Toleranz in Hamburg und Altona als Folge der Reformation« von Jule (Klasse 11, Gymnasium Buckhorn, Hamburg)

Jule Grossmann widmet sich in ihrem schriftlichen Beitrag der Frage, inwiefern die lutherisch geprägten Orte Hamburg und Altona in der Frühen Neuzeit tolerant gegenüber anderen christlichen Konfessionen waren. Im Fokus steht dabei der Vergleich der Reaktionen der jeweiligen Obrigkeiten auf die Zuwanderung von Glaubensflüchtlingen wie Katholiken, niederländischen Calvinisten und Hugenotten. Anhand von Archivrecherchen, Expertengesprächen und Fachliteratur kommt sie zu dem Schluss, dass man trotz des verbreiteten Bildes eines »intoleranten« Hamburg und eines »toleranten« Altona in beiden Fällen eher von einer Duldung der anderen Konfessionen sprechen muss. Für die Obrigkeiten in Hamburg und Altona standen wirtschaftliche Gründe im Vordergrund. Die Schülerin schließt mit der Bilanz, dass die Frage von religiöser Toleranz weiterhin aktuell ist und sich Gesellschaften immer wieder neu mit ihr auseinander-setzen müssen.

»Konformität und Nonkonformität im Nationalsozialismus am Beispiel des Pastors des Evang.- Luth. Kirchspiels Bergstedt« von Katinka (Klasse 12, Gymnasium Buckhorn, Hamburg)

Anhand der Biografie des Gemeindepastors Peter Hansen Petersen des Evang.-Luth. Kirchspiels Bergstedt behandelt Katinka Kalusche die Frage von konformem und nonkonformem Verhalten im Nationalsozialismus. Sie untersuchte ausgehend von konkreten Verhaltensbeispielen die individuelle Lebenssituation des Pastors und dessen Haltung gegenüber dem nationalsozialistischen Regime. Die Schülerin ging dabei von modellhaften Ausdrucksformen von konformem und nonkonformem Erleben und Verhalten von Widerstand über Toleranz bis Identifikation aus und bettete diese in die historischen Rahmenbedingungen ein. Für ihre Recherche nutzte sie kirchliche und städtische Archive und Interviews mit Zeitzeugen. Sie zieht den Schluss, dass ein abschließendes Urteil über die Gratwanderung zwischen Konformität und Nichtkonformität angesichts der Ungewissheit, wie man selbst gehandelt hätte, schwierig ist.

Landessiegerinnen beim Geschichtswettbewerb!

Sophie Louise (9e) und Nadine (10c) haben beim Geschichtswettbewerb 2014/2015 jeweils einen Landessieg errungen. Jana Zeh (Geschichtsprofil S 2) gewann einen Förderpreis. Der Geschichtswettbewerb hatte dazu aufgefordert, sich mit dem Thema: Anders sein – Außenseiter in der Geschichte zu beschäftigen. Am 24. Juni wurden die Siegerinnen im Festsaal der Körber Stiftung von Schulsenator Thies Raabe und dem Vorsitzenden der Körber Stiftung geehrte. Von September 2014 bis Februar 2015 waren bundesweit über 5.000 Schülerinnen und Schüler auf historischer Spurensuche. Betreut wurden die Schülerinnen und Schüler von Herrn Dr. Schulz (Geschichtsprofil) und Herrn Mittwollen

Als Landessieger (je 250 €) ausgezeichnet und damit für die Bundesebene nominiert sind:

  • Sophie Louise (9e) mit dem Thema: Jakob Herzfeld – Erfolgsgeschichte eines Außenseiters
  • Nadine (10c) mit dem Thema: Hilde Wulff und die Kinder des Erlenbusches – Eine Außenseiterin hilft Außenseitern

Einen Förderpreise (100 €) erhielt:

  • Jana (Geschichtsprofil S 2) mit dem Thema: Somewhere Over the Rainbow – Ein Wohnprojekt von Schwulen nach der Maueröffnung 1990 in Ost-Berlin

Herzlichen Glückwunsch!

Erfolgreiches Geschichtsprofil gewinnt drei Landessiege!

Am 17. Juni wurden im Festsaal der Körber Stiftung die Landessieger des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten 2012/2013 geehrt.

Mit dabei waren in diesem Jahr die Schülerinnen und Schüler des Geschichtsprofils (S 2) von Herrn Mittwollen, die alle eigene Beiträge zum Thema Nachbarschaft eingereicht hatten und herausragende Leistungen erzielten. Drei Beiträge wurden als Landessieger (je 250 €) ausgezeichnet und sind für die Bundesebene nominiert:

Justus mit dem Thema: „Familienschatten – ein historischer Comic – Familie Schär 1934-1937“

Leander mit dem Thema: „Die Vertreibung meiner Großeltern aus Ungarn: Erlebte Nachbarschaften in der Zeit von 1933 bis 1960“

Carola und Maja-Livia mit dem Thema: „Deutsch-Serbische Nachbarschaften in den letzten 100 Jahren“

Einen Förderpreise (100 €) erhielt:

Charlotte mit dem Thema: „Erzwungene Nachbarschaft – Von Untermietern und Vermietern in der Nachkriegszeit“

Außerdem wurden Maja und Carola mit dem Engagementpreis 2013 ausgezeichnet. Der Engagementpreis ist mit 100 € dotiert und wird von einer privaten Stifterin ausgelobt. Er wird von der Landesjury des Geschichtswettbewerbs an einen Preisträgerbeitrag in Hamburg vergeben, der sich durch besonderes Engagement ausgezeichnet hat.

Herzlichen Glückwunsch!

Mathis erringt Landessieg!

Beim Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten stehen die Landesergebnisse fest. An der Ausschreibung »Ärgernis, Aufsehen, Empörung: Skandale in der Geschichte« hatten sich neben Justus Griesenberg aus der Klasse 9a (über die Wandsbeker Büste des Sklavenhändlers Schimmelmann) Skandal auch der gesamte Profilkurs des 2. Semester mit insgesamt 18 Arbeiten beteiligt. Dabei errang Mathis einen Preis für den Landessieg (250€) für die Arbeit: Dr. med. Bayer – Pflichtbewusster Kinderarzt oder fehlgeleiteter Mörder?! Er hatte über den Harburger Kinderarzt Dr. Bayer und dessen NS Vergangenheit im Zusammenhang mit Harburger Euthanasie Fällen geforscht. Außerdem wurden 5 weitere Beiträge mit einem Förderpreis (100€) ausgezeichnet:

Christina , Marei für den Beitrag: Ein Strahlenskandal. Eine Chronik von Prof. Dr. Dr. Hübner und seiner Patientin

Christopher für den Beitrag: (Bau)Skandal im Alstertal. Die Frank’sche Siedlung

Michel für den Beitrag: Johann Gerhard Behrens. Aus dem Leben eines Pastors im Nationalsozialismus

Pascal , Jonah für den Beitrag: Der Fall Gehard Sommer

Antonia für den Beitrag: Bildwirkerei oder: Skandal für einen Gobelin

Herzlichen Glückwunsch!!

Ausrichter des Geschichtswettbewerbs ist die Körber-Stiftung, die Preise im Gesamtwert von 250.000 Euro auslobt. Auf der Landespreisverleihung am 27. Juni 2011 um 11:00 Uhr im KörberForum – Kehrwieder 12 zeichnet Bildungssenator Ties Rabe die Hamburger Landessieger aus.

siehe auch:

Veranstaltungen

Marione Ingram am Gymnasium Buckhorn

Die jüdische Schriftstellerin Marione Ingram (*1935) lebte als Kind während des Zweiten Weltkrieges in Hamburg. Sie erlebte in dieser Zeit Ausgrenzung und Diskriminierung und entkam nur knapp der Deportation. Während des Feuersturms 1943 irrte sie mit ihrer Mutter durch die brennenden Straßen der Stadt, weil ihr kein Zugang zum Luftschutzbunker gewährt wurde. Danach versteckte sie sich bei einem kommunistischen Ehepaar in Rahlstedt und wanderte schließlich mit 17 in die USA aus, wo sie bis heute lebt.

Nun kehrte sie für kurze Zeit nach Hamburg zurück und besuchte auch das Gymnasium Buckhorn, um aus ihrem Buch „Kriegskind. Eine jüdische Kindheit in Hamburg“ vorzulesen und ihre Geschichte zu erzählen. Diese Veranstaltung, die am 30. Oktober in unserer Aula stattfand und von Johanna, Mia, Leonard und Max moderiert wurde, entwickelte sich zu einem sehr berührenden Abend, der bei vielen der Zuschauer einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen haben dürfte.

Nachdem Frau Ingram zwei Auszüge aus ihrem Buch vorgelesen hatte, stellte sie sich den Fragen der Moderatoren und des Publikums, wobei sie zum einen auf ihre Erlebnisse in Nazideutschland und zum anderen auf ihr aktuelles politisches Engagement einging und einen Einblick in ihre Weltanschauung gab. Besonders beeindruckend war ihr Appell an die jungen Zuhörer, sich gerade in Zeiten des Populismus politisch zu engagieren und gegen Ausgrenzung zu kämpfen.

Es war außerordentlich interessant und bereichernd, eine Frau mit einer solch beeindruckenden Lebensgeschichte und einer so starken Botschaft bei uns an der Schule zu haben und die Chance zu nutzen, eine der wenigen noch lebenden Zeitzeuginnen persönlich kennen zu lernen.

Arik

Vorankündigung

Marione Ingram liest aus ihrer Autobiografie:

Kriegskind. Eine jüdische Kindheit in Hamburg

  Als Kind einer jüdischen Mutter und eines nicht jüdischen Vaters durchlebten Marione Ingram und ihre Schwestern Diskriminierung und Ausgrenzung bis hin zur existenziellen Bedrohung durch die Gestapo. Während der Bombennächte 1943 irrt die achtjährige Marione an der Hand ihrer Mutter durch die brennenden Straßen Hamburgs, weil ihnen kein Einlass in den schützenden Bunker ihres Hauses gewährt wird. Mit dem großen Evakuierungsstrom nach den Bombardierungen gelingt ihnen die Flucht aus der Stadt, später werden sie von einem kommunistischen Ehepaar versteckt. Im Alter von siebzehn fasst Marione schließlich den Entschluss, in die USA zu gehen …

In eindrucksvoller Dichte erzählt die Autorin von einer Kindheit und Jugend, die geprägt war von dem beklemmenden Gefühl der Unsicherheit und Bedrohung.

[Originaltitel: „The Hands of War“, New York 2013]

Aus dem amerikanischen Englisch übersetzt von Ulrike Sparr.

Moderiert wird die Lesung von SchülerInnen des Gymnasiums Buckhorn

Anschließend wird es ausreichend Zeit und Gelegenheit zu Gespräch, Nachfrage und Diskussion geben.

Spenden zur Deckung der Kosten dieses Abends werden gern & dankend angenommen.