Unsere Berufsorientierung
Seit langem gehört die berufliche und soziale Orientierung zu den schulischen Kernaufgaben und ist daher an unserer Schule von der Beobachtungsstufe bis hin zur Oberstufe in festen Bausteinen verankert. Unser Konzept soll bei den Kindern und Jugendlichen einen Prozess auslösen, der ihnen ihre Wünsche und Träume, ihre Fähigkeiten und Stärken bewusst macht, so dass sie als junge Erwachsene informiert, zuversichtlich und entscheidungsfreudig die Schule verlassen und ihren Platz in der sich schnell verändernden (Arbeits-)Welt finden können. Zur Erlangung dieser Fähigkeiten ist es notwendig, die eigene Person objektiv einschätzen zu können und einen gewissen Kenntnisstand über die angestrebte Tätigkeit und die soziale Umwelt zu haben. Dieses Ziel ist nur durch eine vernetzte Kooperation von Schule, Elternhaus und Arbeitswelt zu erreichen, in klassengebundenen und individualisierenden Formen.
Drei Bausteine unseres Konzeptes möchte ich etwas näher vorstellen:
- den Berufswahlpass
- den Berufsnavigator
- die Berufsinfobörse, die am 12.April 2008 stattfindet
Den Berufswahlpass erhalten die Schüler im PGW-Unterricht der 8. Klasse. Dieser Pass ist eine Ordnungsmappe, in der alle Bescheinigungen, Zertifikate usw. gesammelt werden. Man findet dann z.B. sofort die Bewerbungsunterlagen, die Praktikumsnachweise und wichtige Bescheinigungen. Der Berufswahlpass wird bei jedem Beratungsgespräch mit einem Mitarbeiter des Arbeitsamtes künftig sehr hilfreich sein, denn neben den schon erwähnten Unterlagen enthält er auch Ergebnisse von Stärken- und Fähigkeitenanalysen sowie von Eignungstests. Über Selbst- und Fremdeinschätzungen erstellen die Schülerinnen und Schüler individuelle Stärkeprofile, denken über eigene Fähigkeiten und Kompetenzen nach und entwickeln Schritt für Schritt ihre individuelle Lernplanung. Der Berufswahlpass wurde mit Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung entwickelt, unsere Schule war als Projektschule angeschlossen und hat den Pass vor vier Jahren eingeführt.
In der Berufsorientierungswoche für die S1 wurde in diesem Herbst zum zweiten Mal mit großem Erfolg der Berufsnavigator eingesetzt. Mit diesem Instrument sollen die Oberstufenschüler unterstützt werden, ihre Talente zu entdecken um den für sie richtigen Berufsweg einzuschlagen. Der Berufsnavigator wurde im Auftrag des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall von der Firma Jürgen Hort (Hamburg) mit Informatikern, Unternehmensberatern und Wissenschaftlern entwickelt, im Schulbereich erfolgreich getestet und von der Schulbehörde empfohlen. Er arbeitet mit einem dreistufigen Verfahren:
- Mit Hilfe eines „Peer - Rankings“ (Beurteilung durch eine Gruppe von Mitschülern) werden die Profile und Eigenschaften des Schülers herausgearbeitet. Auf einer siebenstufigen Skala bewerten die Jugendlichen die einzelnen Merkmale (u.a. Belastbarkeit, Führungsfähigkeit, Kreativität, Lernfähigkeit, soziale Kompetenz, Sprachbegabung, Zielstrebigkeit), insgesamt 50 Merkmale. Die Bewertungen werden über eine Funktastatur eingegeben.
- Eine Entscheidungssoftware ordnet dem Profil des Schülers ein oder mehrere passende Berufsbilder zu. Etwa 120 Berufsbilder sind im System verfügbar!
- Abschließend stehen Experten bei einem Beratungsgespräch zur Verfügung. Die Berater informieren über die Anforderungen und Zukunftschancen in den ausgewählten Berufen und überprüfen mit den Jugendlichen noch einmal gemeinsam, wieweit sie die geforderten Merkmale erfüllen. Außerdem geben sie Empfehlungen über mögliche Ausbildungs- und Studienwege.
Vergleichbare Verfahren, wie zum Beispiel Assessment-Center, sind bedeutend aufwändiger und im Schulalltag schwerer zu integrieren. Noten alleine sind nicht aussagekräftig genug. Die Erkenntnis der individuellen Stärken und Schwächen und deren Bedeutung für das spätere Berufsleben spornen die Schüler in ihrer Leistungsbereitschaft an und sind von großer Bedeutung für die Orientierung bei der Berufswahl und beim Berufseinstieg. Ich denke, die meisten Schüler bereuen die Ausgabe der 39€ für die Teilnahme an diesem Verfahren nicht. Für den nächsten Jahrgang ist der Berufsnavigator schon wieder gebucht!
Für alle Schüler der Mittel- und Oberstufe findet alle zwei Jahre eine Berufsinformationsbörse statt. Hier stellen Institutionen, Betriebe, viele Eltern und ehemalige Schüler Berufe, Tätigkeiten und Berufsbilder vor, informieren über Möglichkeiten und stehen für Fragen zur Verfügung. Außerdem können sich die Schüler bei verschiedensten Institutionen über Auslandsaufenthalte erkundigen.
Angela Giese,
Koordinatorin Berufsorientierung
Übersicht über alle Bausteine der Berufsorientierung im 8-stufigen Gymnasium:
Klasse 5:
- Projekttage in Zusammenarbeit mit dem Beratungslehrer zum sozialen Lernen
Klasse 6:
- Haushaltspass
Klasse 7:
- Töchter- und Söhnetag als verbindcher Schnuppertag
- Thema „Wunschberuf “ im Deutschunterricht
Klasse 8:
- Fach Deutsch: Lebenslauf und Bewerbungen
- Betriebsbesichtigungen
- Ausgabe des Berufswahlpasses:
1.Persönlichkeitsprofil (Pass II/III). Was kann ich? Was will ich? - Präsentation des Praktikums der 9./10. Klassen
Klasse 9:
- Schnuppertag
- Besuch im BIZ
- Betriebsbesichtigungen bei Boltze-AG, Haspa, Schülerberatung
- Bewerbungstraining
- Berufswahlpass: 2. Persönlichkeitsprofil
- Dreiwöchiges Betriebspraktikum am Schuljahresende
- Nachbereitung im Unterricht, Präsentation vor 8. Klassen
- Praktikumsbericht
Klasse 10:
- Sozialpraktikumsbörse
- Zweiwöchiges Sozialpraktikum
- Infoveranstaltung zu Ingenieursberufen mit festen kooperierenden Betrieben und mit Praktikumsangeboten in den Herbstferien
1. - 4. Semester:
- Teilnahme an den Unitagen
- Einzelberatungen durchs Arbeitsamt
- Einwöchige Berufsinfowoche
- Arbeit an der selbst gestellten Aufgabe
Kooperierende Betriebe:
- Haspa-Filiale Bergstedt / in Schulnähe
- Boltze AG / in Ahrensburg
- Bauer-Verlag
