Stellungnahme der Schulkonferenz
Stellungnahme der Schulkonferenz des Gymnasiums Buckhorn vom 24. September 2009 zum Entwurf des Schulentwicklungsplans
1. Allgemeine VorbemerkungDie Mitglieder der Schulkonferenz am Gymnasium Buckhorn lehnen die Einführung einer flächendeckenden verpflichtenden sechsjährigen Grundschule in Hamburg mehrheitlich ab. Die Ablehnung ist individuell unterschiedlich begründet, einerseits durch die generell zu hohe Reformdichte im Hamburger Bildungswesen, andererseits durch bildungs- und haushaltspolitische, aber auch standortspezifische Bedenken. Die Einführung der Primarschule bedeutet, dass das Gymnasium Buckhorn seine Unterstufe verliert. Hiergegen wenden wir uns entschieden. Wir meinen, dass wir in den vergangenen Jahren gerade in der Beobachtungsstufe die Grundlage für unsere erfolgreiche pädagogische Arbeit und die Leistungsstärke unserer Schülerinnen und Schüler entwickeln konnten. Für die Sicherung der Entwicklungschancen von Kindern mit überdurchschnittlichen Begabungen stellt das Gymnasium nach wie vor die geeignetste Schulform dar. Angesichts der nach unserer Einschätzung problematischen Finanzierung und vieler offener Fragen befürchten wir, dass gerade leistungsstarke Schüler die Verlierer der Schulreform sein könnten. Außerdem befürchten wir eine mittelfristige Schließung oder Umwandlung vieler erfolgreich arbeitender und in ihrer Region akzeptierter Gymnasien auf Grund reformbedingter rückläufiger Schülerzahlen in dieser Schulform. Aus den genannten Gründen halten wir die Reform für überflüssig und sind der Auffassung, dass auch von uns unterstützte und begrüßenswerte Ziele der Reform bereits durch andere strukturelle Maßnahme (Einführung eines zweigliedrigen Schulsystems bestehend aus Gymnasien und Stadtteilschulen ab Klasse 5) bzw. durch inhaltliche Maßnahmen im bestehenden System realisiert werden können. |
2. StellungnahmeIm Rahmen der Planungen der Schulbehörde zur Einführung von Primarschulen sieht der Schulentwicklungsplan für den Standort Buckhorn ein Modell vor, mit dem wir hoffen, unser gymnasiales Bildungsniveau auch in der neuen Schulstruktur halten zu können. Wir begrüßen ausdrücklich die geplante Zusammenarbeit mit der künftigen Primarschule Buckhorn sowie mit anderen Primarschulen unserer Region. In spezifischen Bereichen streben wir eine Kooperation mit der künftigen Primarschule Buckhorn und eine harmonische Zusammenarbeit und Abstimmung der Angebote mit den Primarschulen und weiterführenden Schulen der Region und damit eine breite Anschlussfähigkeit an. Sorge bereitet uns die Zukunft von Latein als zweiter Fremdsprache. Die Schulleiter der Region 18 haben sich überwiegend aus organisatorischen Gründen darauf verständigt, in den künftigen Primarschulen in Klasse 5 als zweite Fremdsprachen ausschließlich Französisch und Spanisch anzubieten, nicht aber Latein (derzeit werden Eltern auf den Klassenelternabenden bereits über diese Tatsache informiert). Am Gymnasium Buckhorn hat Latein traditionell einen hohen Stellwert. In Klasse 6 kommen in der Regel zwei Lateinkurse zustande, öfter gab es sogar Leistungskurse in der Oberstufe. Dieses gymnasiale Angebot wäre in Gefahr, wenn Latein in Zukunft in unserer Region erst in Klasse 7 als zweite Fremdsprache neu aufgenommen werden könnte. Da nach neuen Erkenntnissen der Schulbehörde das Fremdsprachenangebot nach Einführung der Schulreform dem aktuellen Angebot entsprechen soll, ist ein Angebot von Latein als 2. Fremdsprache ab Klasse 5 an einer oder mehreren künftigen Primarschulen der Region unumgänglich. Das Gymnasium Buckhorn strebt daher an, nach Einführung der Reform künftig neben Französisch und Spanisch auch weiterhin Latein entsprechend der Nachfrage als weitergeführte Fremdsprache anzubieten. |
